Arbeitsbereiche

In drei Arbeitskreisen engagiert sich das Netzwerk an der Schnittstelle von Kirche und Gesellschaft

1. Arbeitskreis "Zusammenleben in der Region"

    Schwerpunkte der Arbeit:

Der Arbeitskreis „Zusammenleben in der Region“ hat vor allem die Familie im Blick, begonnen im Kinder und Jugendalter, über die mittlere Generation, bis zu Senioren und hochaltrigen Menschen. Dieses Themenfeld ist von großer Bedeutung für das Netzwerk, weil es in diesem Bereich traditionell zahlreiche Schnittstellen zwischen Kirche und Gesellschaft gibt. Exemplarisch steht dafür die diakonische Arbeit der Kirche. Es liegt also nahe, dass man in diesem kirchlichen Kerngebiet nach Möglichketen der Kooperation, Vernetzung und Ergänzung sucht. Außerdem spiegeln sich in diesem Bereich wie in einem Brennpunkt viele regionale Probleme des nordöstlichen Bayern. Ich nenne nur zwei:

Senioren

Die zunehmende Anzahl von Senioren aufgrund des demographischen Wandel birgt viele Herausforderungen in sich: Wie kann eine (überlebens-)notwendige Nahversorgung aufrecht erhalten werden: im ärztlichen und pflegerischen Bereich, im Bereich der Mobilität und des Einkaufens? Wie können Senioren ernst genommen werden, als aktive Menschen, die noch etwas Wichtiges in unsere Gesellschaft einzubringen haben? Wie kann man sich gegenseitig unterstützen, unter Senioren selbst (Stichwort „Seniorengemeinschaft“), aber auch zwischen den Generationen (Beispiel: Mehrgenerationenhaus)? Was bedeutet seniorengerechtes Wohnen?

Junge Familien

Das nordöstliche Bayern leidet in manchen Gebieten an einem Mangel an jungen Familien mit Kindern. Dabei könnten gerade junge Familien hier gut leben. Die Lebenshaltungskosten halten sich in Grenzen. Bauland ist günstig. Die Freizeitmöglichkeiten sind wesentlich vielfältiger und bunter als viele denken. Auch was Jobs angeht, ist die Situation inzwischen besser geworden. Freilich: Man darf auch nicht blauäugig sein. Es gibt noch genug Probleme, die man entschieden anpacken muss. Ein Problem ist im ländlichen Raum die oft mangelnde Anbindung im öffentlichen Nahverkehr. Wer will schon die Hälfte des Tages damit verbringen, seine Kinder zu den diversen Terminen zu fahren. Jedenfalls tut sich hier für den AK Zusammenleben in der Region ein breites Betätigungsfeld auf.

 

2. Arbeitskreis "Kirche in der Region"

Schwerpunkte der Arbeit:

  •     Gegenwärtige und zukünftige Herausforderungen

Häufig läuft es in unseren Gemeinden im nordöstlichen Bayern noch recht gut, und dennoch ist deutlich, dass wir vor großen Herausforderungen stehen. Der demographische Wandel, eine knapper werdende Zahl von PfarrerInnen, verbunden mit einer auch im ländlichen Bereich immer stärker zu spürenden Säkularisierung, das sind Fakten, denen man kaum ausweichen kann. Aller Wahrscheinlichkeit nach werden in Zukunft immer weniger Pfarrer für immer größere Bereiche zuständig sein. Das muss uns nicht entmutigen, wenn wir daran glauben, dass Gott auch in Zukunft Wege und Möglichkeiten finden wird, um seine Kirche zu erhalten. Und dennoch ist es klug und vernünftig, sich rechtzeitig Gedanken zu machen, wie wir mit diesen Herausforderungen auf eine gute und dem Evangelium gemäße Weise umgehen können. Diesen Fragen will sich der AK stellen, im Gespräch mit den Gemeinden vor Ort und den kirchenleitenden Organen.    

  •     Theologie und Glaube im regionalen Kontext

Gottes Liebe ist nicht abstrakt, weil sie den einzelnen Menschen in seinem konkreten Lebenskontext im Blick hat. Seine Nöte und Sorgen, seine Freuden, seine historischen und regionalen Prägungen sind ihm wichtig. Wenn wir deshalb als Christen Menschen mit der Liebe Gottes erreichen wollen, dann müssen wir immer wieder fragen, was die Menschen in unserer Region prägt und beeinflusst. Nur so können wir herausfinden, welche Gestalt der Glaube finden muss, wenn er wirklich in den Herzen der Menschen ankommen soll. Es ist aus der Perspektive des Glaubens also alles andere als gleichgültig, welche Wirtschaftszweige es bei uns gab und gibt, wie die Landschaft beschaffen ist, was Menschen historisch geprägt hat und gegenwärtig beschäftigt. Diesen Zusammenhängen will der AK nachgehen und dieses Nachdenken für die kirchliche Arbeit vor Ort fruchtbar werden lassen.

  •     Kirche und Gesellschaft

Kirche und Gesellschaft können sich in vielfacher Hinsicht gegenseitig befruchten. Gerade in ländlichen Regionen steht man hier wie dort oft vor ähnlichen Problemen. Es liegt also nahe, auch zusammen anzupacken. Doch wie ist das, wenn Kirchgemeinden einen solchen Weg der Kooperation beschreiten? Werden sie dann ihrem „eigentlichen“ Auftrag untreu? Oder ist es gar umgekehrt? Anders gefragt: Welche positiven Auswirkungen könnte solches Engagement für die Kirche haben? Und wie ist es umgekehrt mit den kommunalen Akteuren?

3. Arbeitskreis "Nachhaltige Regionalentwicklung"

Schwerpunkte der Arbeit:

Der AK „Nachhaltige Regionalentwicklung“ hat die für die Regionalentwicklung entscheidenden Bereiche im Blick und fragt bezogen auf diese, wo Kirche und Gesellschaft sinnvoll und effizient Entwicklungen vorantreiben und nachhaltig verankern können. Die Breite der Themen dieses AK (Tourismus, Wirtschaft, Landwirtschaft, Energie, Mobilität, Energie etc.) stellt eine nicht geringe Herausforderung dar, andererseits gibt es einen Strang von Problemen, die in allen Bereichen gleichermaßen zu finden sind. Dazu gehören die demographische Entwicklung, die Imagefrage, die Mobilität, Fragen der Grundversorgung und manches mehr. Wie wir aus unterschiedlichen Perspektiven diese regionalen Herausforderungen gemeinsam angehen können, darüber wollen wir nachdenken und entsprechende Projekte initiieren.